Das Schließen von Aussparungen und von Ankerlöchern für die Gerüstverankerungen

stellt nach Abschnitt 4.2.19 in Verbindung mit Abschnitt 3.9 und 4.1.5 der ATV DIN 18451

eine „Besondere Leistung“ dar.

 

Sofern ein Auftraggeber deshalb den fachgerechten Verschluss der Ankerlöcher wünscht,

hat er diese Leistung als eigenständige Position bereits im Leistungsverzeichnis

festzulegen.

 

Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass aus fachlichen Gründen der Gerüstbauer

diese Leistungen zumeist nicht erbringen kann. Eine qualifizierte Bearbeitung erfordert

oftmals die Ausführung zum einen durch die eingesetzte Fachfirma - z. B. bei Putzarbeiten

- und zum anderen eine parallel mit dem Ausbau der Verankerung einhergehende noch

vom Gerüst aus mögliche Bearbeitung der Verankerungsflächen.

 

Eine terminlich gut abgestimmte und zwischen den Bauausführenden eng verzahnte

Zusammenarbeit ist hierfür Voraussetzung.

 

Aus den oben benannten Gründen hat sich als gewerbeüblich unter den Gerüstbauern

deshalb die Praxis eingebürgert, nach der Gerüstdemontage die hinterlassenen

Ankerlöcher bis zum fachgerechten Verschluss durch die entsprechende Fachfirma

unentgeltlich mit einem Kunststoffstopfen zu versehen.

 

Ein fachgerechter Verschluss selbst ist aber vom Gerüstbauer ohne ausdrückliche

Vereinbarung weder geschuldet, noch kann eine solche Leistung vom Gerüstbauer selbst

verlangt werden, da nur wenige Betriebe auf derartige Leistungen fachlich ausgerichtet

sind.

 

Wird vom Gerüstbauer jedoch ein fachgerechter Verschluss der Ankerlöcher verlangt, kann

in diesem Fall der Gerüstbauer gem. § 1 Abs. 4 VOB/B die Leistung mit dem Hinweis

ablehnen, dass sein Betrieb auf derartige Leistungen nicht eingerichtet ist.